Was ist das Geo-Zentrum Solnhofen?

Das Geo-Zentrum ist ein geotouristischer Hotspot der bayerischen Erdgeschichte in Altmühlfranken. Natur, Kultur und Stein beschreiben unsere Kernkompetenzen, die unser Wissen über den jurazeitlichen Solnhofenarchipel, den Naturstein Solnhofener Plattenkalk und die Lithographie verständlich vermitteln.

Die Außenbereiche mit dem Hobbysteinbruch und den beiden bedeutenden bayerischen Geotopen „Zwölf-Apostel-Felsen“ und „Urvogelfundstelle Langenaltheim“ führen zurück in eine etwa 150 Millionen Jahre alte Erdgeschichte zum Anfassen.

Das Museum mit dem Paläozoo und seinen fossilen Ikonen hat internationales Renommee, und gehört zur Geoidentität der Region Altmühlfranken.

Publikation: Geo-Zentrum Solnhofen

Der Solnhofener Name wird in erster Linie mit dem berühmten Naturstein Solnhofener Platten, der Lithografie und dem Urvogel Archaeopteryx verknüpft. Solnhofen gilt als Naturstein- und Wissenschaftsmarke mit großer Nachhaltigkeit in der Wahrnehmung breiter Bevölkerungsschichten.

Das Gebiet des GEO-Zentrums ist identisch mit dem historischen Solnhofener Steinzentrum bis hin zum ursprünglichen Entdeckungsort des Archaeopteryx 1861 in der Langenaltheimer Haardt.

Hier bietet nunmehr der neue Regionalführer sowohl eine solide Basis für geologische Exkursionen, Naturforschung und nachhaltiger Umweltbildung, als auch ein tiefgreifendes Verständnis für die historische Dimension der Steinbruchlandschaft in komplexer Form. So beschreibt das Buch die vier geotouristischen Highlights des neuen Geo-Zentrums Solnhofen Felsengruppe Zwölf Apostel (Naturschutzgebiet, Geotop), Urvogelfundstelle Langenaltheim (aktiver Steinbruch, Geotop) Hobbybruch Solnhofen, und das international renommierte Bürgermeister-Müller-Museum mit dem Geo-Info-Point, und seinen fossilen Ikonen Archaeopteryx und Sciurumimus. In diesem Sinne dient das Buch auch als kompakter Museumsführer mit Beschreibung der Abteilungen „PaläoZoo“ und „Welt in Stein“.

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Der Autor

Dr. Martin Röper, Jahrgang 1958, lernte die Geologie und Paläontologie schon früh im Arbeitskreis für Rheinische Geologie am Löbbecke-Museum und Aquazoo in Düsseldorf kennen. Der aus Künstler- und Architektenfamilien stammende gebürtige Düsseldorfer wurde bereits im Jahre 1968 von seinem Vater in die Solnhofener Lithographiesteinbrüche und zu den Fossilienfundstellen im Altmühljura geführt. Die Grundlagen für das Studium der Geologie/Paläontologie wurden in den Aufschlüssen gelegt. Diplom- und Doktorarbeit an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn behandelten 1985-1992 Themen der Juraplattenkalke im Landkreis Eichstätt.

Sein Weg führte über Kooperationen mit dem Jura-Museum in Eichstätt und dem Naturkundemuseum Ostbayern in Regensburg nach Solnhofen, wo er seit 2002 hauptamtlich als Museumsleiter arbeitet. Dr. Martin Röper blickt heute auf eine 52-jährige Erfahrung zurück, die ihn in nahezu alle Lokalitäten der Solnhofener Erd- und Lebensgeschichte bis nach Regensburg führte.

Mit dem Solnhofenarchipel entwickelte er eine eigene Vorstellung vom Werden, Wandel und Vergehen einer jurazeitlichen Meeres- und Insellandschaft. Seine Buchpublikationen bieten einen Schlüssel zum Verständnis für die Diversität all jener Fossillagerstätten, die unter dem Sammelbegriff Solnhofen subsummiert sind. Durch seine Wurzeln verschmelzen bei ihm in die Gedanken eines Naturkundemuseums mit denen eines Aquazoos und Tierparks. Das „Geozentrum Solnhofen“ bildet nunmehr auch eine Symbiose mit Fragen des heutigen Natur- und Umweltschutzes und des Natursteins, wie auch der Lithographie.

NEU im PaläoZoo des Museums: das Babykrokodil Crocodilaemus, ein Traum in Stein

Das etwa 151-152 Millionen Jahre alte Babykrokodil Crocodilaemus robustes wurde im August 2019 von der Solnhofener Museumsmitarbeiterin Monika Rothgaenger gefunden. Die neue Ikone der Solnhofener Erd- und Lebensgeschichte ist der erste Nachweis eines Jungtiers von Crocodilaemus robustus und außerdem der erst zweite Fund dieses vorzeitlichen Krokodils weltweit.

Einordnung des Fundes: Das Panzerkrokodil Crocodilaemus, das bis dato nur aus den französischen Oberjuraplattenkalken bei Cerin bekannt war, gehört nach Darstellung von Dr. Mike Reich, stellvertretender Direktor der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, zur ausgestorbenen Familie der Pholidosauridae. Diese existierten mit zahlreichen Vertretern im Erdmittelalter, vom Mittleren Jura bis in die Oberkreide-Zeit, starben jedoch vor ca. 90 Millionen Jahren aus. Pholidosauride Krokodile konnten bis zu 9 Meter lang werden; sie lebten nur teilweise im Wasser und ernährten sich wohl hauptsächlich von Fischen. Der neue Fossilfund in Brunn vervollständigt in hervorragender Art und Weise das Bild der Tier- und Pflanzenwelt am Nordwest-Rand des Tethysmeeres im Solnhofenarchipel vor mehr als 151 Millionen Jahren.

Bedeutung der Fundstelle: Die Solnhofener Plattenkalke sind seit Jahrhunderten für Ihre Fossilschätze berühmt. Weniger bekannt ist jedoch die etwas älteren Fossilfundstelle des Solnhofenarchipels in Ostbayern bei Brunn im Landkreis Regensburg. Seit 1993 werden dort von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München und dem langjährigen Kooperationspartner des Solnhofener Museums (Bildungs- und Dokumentationszentrum Ostbayerische Erdgeschichte e. V.) wissenschaftliche Fossilgrabungen durchgeführt. Die Lokalität Brunn ist die geologische älteste Fossillagerstätte des jurazeitlichen Solnhofen-Archipels. Die wichtigsten Funde aus den Grabungen, darunter viele Pflanzenfossilien, Brückenechsen sowie der einzigartige Flugsaurier Bellubrunnus sind im Paläozoo des Solnhofener Museums zu sehen.

Crocodilaemus robustus
Länge 22 cm

Fossillagerstätte Brunn (Landkreis Regensburg), Alter: 151 Millionen Jahren
Finderin: Monika Rothgaenger
Präparation: Lisa Velser (Regensburg), Martin Kapitzke (Stuttgart)
Sammlung: Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München
Ausstellung: in der Abteilung PaläoZoo des Solnhofener Bürgermeister-Müller-Museums (zurzeit wegen Corona-Pandemie vorübergehend geschlossen)

Das Projekt "Geo-Zentrum Solnhofen" wird unterstützt durch den Rotary Club Weißenburg.